19 März 2006

Die ersten Sonnestrahlen lassen auf Frühling hoffen

Lebenszeichen

Auf einem Berg
So hoch wie tausend Seelen
Schaut die Frühlingsblüte hinab
In ein Tal
Das so dunkel ist
Und deshalb niemand
Die Schönheit auf dem Gipfel erkennt.

18 März 2006

In den Genuss gekommen

Melancholie

Die süße Melancholie, du dunkelrote grasgraue, bittersüße Melancholie.
Lässt mich erst ganz unverhofft trockene Tränen weinen.
Hoffnungslos legt sich dein seidig anmutendes raues Tuch auf die Oberfläche meines Herzens.
Aus Traurigkeit lachen Bilder an der Wand.
So melancholisch ist so schön.
Es sind matte Scheiben, verregnete Straßen, halbgeöffnete Augen.
Langsame Schritte, weite Blicke, kurze Blicke, müde Blicke.

05 Februar 2006

Zwischenruf 03

Es gibt viele Menschen, die Recht haben, doch nur wenige, die dies einsehen.

21 Dezember 2005

Kurzgedichte

Das Haus im Kopf

Hinter einem Hügel erahne ich ein Haus
an einer ruhigen Straße.
Noch niemand hat es gesehen.
Darin wohnt, umgeben von einer Frau und zwei Kindern
Ein Mann dessen Glück es ist
die Welt hinter seinem Hügel nicht zu kennen.


Die Sache mit dem Optimismus

In meinem Kopf ziehen
Die Wolken so langsam sie können
Versuchen sich zu bemühen
Die Sonne nicht einzuholen.

19 Dezember 2005

Und was süßes

Das liebe Zucker

Es ist nicht der Hunger, nicht der Durst,
nicht die Lust, nicht das Fernweh, nicht die Sehnsucht,
keine Sitte, keine Pflicht, kein Licht, kein Dunkel,
keine Liebe und kein Hass der zu dir führt:
Doch das Leben wäre ganz schön sauer ohne dich,
du süßer Stoff.

Was schönes

S

weitgewoben um eine attraktive Form
ist ein Gewebe zart und schützend
um sie zu erhalten

an zwei Seiten führen die Fasern entlang
weich und prall umgeben sie das Schöne darunter
das ist zu erahnen

in sich sind es Kugeln, wären sie geschlossen
wenn ihnen trotzdem zur Perfektion etwas fehlt
sollten sie so sein

schon wenige Blicke wecken die Aufmerksamkeit
und die Lust die Formen zu ertasten, die Perfekten
die Runden.

09 Oktober 2005

Zwischenruf 02

Ideale sind nicht ideal.

Da guckste

Wie ich von nichts auf alles kam

Nichts leere nichtig uninteressant monoton einheitlich zusammengehörig vereint mitsamt insgesamt ganz alles.

23 September 2005

"Rätselyrik"

Sie ist es.

Sie ist alles und so wird sie gesucht
Für sie gehen Menschen weit
Der Weg ist lang, kein Erfolg wird verbucht.
Als wäre niemand bereit.

Sie ist nicht zu sehen
Und liegt sie noch so nah
Sie finden heißt nicht verstehen
Trotzdem ist sie immer da.

Zumeist ist sie falsch, für viele,
denn sie stehlen ihren Namen
Menschen treiben mit dem Glauben Spiele
Und andere scheinen nichts zu ahnen.

Mit ihr verschwindet die Lüge und auch die List.
Denn wer das Licht kennt, weiß was Dunkelheit ist.
Doch verraten werde ich nicht mehr.
Was sie ist, ist nicht mehr so schwer.